Zumeist Muslime der zweiten Generation planen in Anlehnung an die Koranverteilung in Deutschland das Buch an Infoständen in verschiedenen Städten der Schweiz zu verteilen. In St. Gallen und Basel war der Koran schon an ersten Informationsständen kostenlos erhältlich. Man wolle den Koran jedoch Passanten nicht aufdrängen, sondern an Interessierte abgeben, sagte einer der Initiatoren gemäss der NZZ am Sonntag (22.04.12). In den kommenden Wochen sollen in Aarau, Basel, St Gallen, Winterthur und Zürich das Buch angeboten werden. Ca. 14 000 Korane habe man in Deutschland der kontrovers diskutierten Gruppierung "Die wahre Religion"abgekauft. Motor und Financier der Initiative in Deutschland ist der Geschäftsmann und radikal-islamische Prediger Ibrahim Abou-Nagie. Direkte Kontakte verneinen die Schweiz-muslimischen Aktivisten jedoch und betonen ihre Unabhängigkeit.
Zur Koran-Verteilung in Deutschland - Interview mit Islamexpertin, Deutschlandfunkt am 13.04.2012
Der im Oktober 2009 gegründete Islamische Zentralrat Schweiz sorgt für politische Aufregung. Präsident des Zentralrates, Nicolas Blancho, und Mediensprecher Patric Jerome Illi alias Abdel Azziz Qaasim Illi, beide Konvertiten, sind vielfach Thema in den nationalen Medien: Ihr Eintreten für einen "kulturbereinigten" Islam auf der Grundlage des Korans sorgt für Aufregung im rechten Politiklager, da Gefahren von Radikalisierung, Unterwanderung und Nichtanerkennung des staatlichen Rechts beständen. Die muslimischen Verbände gehen auf Distanz und sprechen dem Zentralrat den Frühungsanspruch ab. Die Debatte innerhalb der Minderheit von gegenwärtig etwa 400'000 Muslimen dreht sich innermuslimisch auch um die Frage der Repräsentation und Deutungshoheit - wer spricht für den Islam in der Schweiz? Politisch wurde schon ein Verbot des Zentralrates gefordert, gemässigte Stimmen fordern jedoch mehr Informationen und eine sachliche Debatte über die vergleichsweise kleine muslimische Gruppierung.
Dossier Wissen - Islam und die Schweiz, SF am 29.04.2010
Der 14. Dalai Lama besuchte erneut die Schweiz für einige Tage. Der Friedensnobelpreisträger von 1989 ehbesuchte zum 13. Mal das Klösterliche Tibet Institut bei Rikon und traff dort im Rahmen einer "privaten Begegnung" auch Nationalratspräsidentin Pascale Bucherer. In Zürich nahm der Dalai Lama am 1. europäischen Treffen tibetischer Jugend sowie an einer Tagung zum Thema produktive Wirtschaftssysteme und Altruismus und Mitgefühl teil. Zu diesem Themen hielt er auch am 11. April im Hallenstadion einen Vortrag zum Thema "Universelle Verantwortung und Wortschaft".
Der Dalai Lama zu seinem Schweizbesuch, SF am 09.04.2010
Elf Hindupriester und etwa 150 Hindugläubige weihten am 27. Januar 2010 in Dürnten nicht weit von Rapperswil den Sri Vishnu Thurrkai Amman Tempel ein. Mit einer Vielzahl von Ritualen über mehrere Tage wurden der Tempel und die Götter und Göttinnen geweiht. Höhepunkt war die "Mahakumpabhisheka" Zeremonie, in der die Priester gesegnetes, 'kraftgeladenes' Wasser über die Götterschreine und Götterstatuen gossen. Geweiht und rituell installiert, wohnt nun in der einstigen Lagerhalle zwischen Drünten und Hinwil die Götting Thurkkai (Skt.: Durga), der elefantenköpfige Vinayakar (Skt. Ganesha) und zahlreiche weitere Götter.
Grundsteinlegung für den Tempel war am 22. November 2009. Hauptpriester und Initiator des Tempels ist der Priester T. Sarahanabavananth-Kurukkal, der 2004 in Adliswil bei Zürich einen eigenen Tempel eröffnet hatte. Der Umzug des Tempels ist durch die grösseren Räumlichkeiten, verbesserten Mietkonditionen und Nähe zu fliessendem Wasser (wichtig für bestimmte Rituale) begründet. In den folgenden Monaten wird der Tempel innen fertig ausgebaut. Später ist auch eine Kenntlichmachung von aussen durch ein stilisiertes Gopuram (Eingangsportal) geplant.
DRS-1 Beitrag: Wie aus einer Lagerhalle ein Hindutempel wird
Überblick und Informationen zum Hinduismus in der Schweiz
Zur Überraschung der Gegner als auch der Befürworter ist das Referendum zum Verbot des Baus von Minaretten in der Schweiz am 29. November 2009 angenommen worden. Die deutliche Annahme der Anti-Minarett-Initiative ist mit grossem Interesse in der internationalen und nationalen Presse verfolgt worden. Kritisierten liberale und progressive Stimmen die Referendumsannahme als Verletzung der Grundrechte der Religionsfreiheit und Gleichheit, applaudierten rechtsnationale Parteien in Europa und befürworteten ein Minarettbauverbot und eine Begrenzung der muslimischen Minderheit.
Zu Analysen und weiteren Informationen im Vorlauf als auch im Nachklang auf das Anti-Minarett-Referendum siehe u.a.
"Analysis: A majority of Swiss voters decide to ban the buildings of new minarets", von Jean-Francois Mayer, Religioscope, 01.12.2009
"Anxieties, banning minarets and populist politics in Switzerland – a preliminary analysis", von Martin Baumann, für das Pluralism Project an der Harvard University, 01.12.2009.
Medienspiegel des Projekts "Kuppel - Tempel - Minarett"
Im Juni 2009 weihte Mustafa Ceric, das weltweite Oberhaupt der bosnischen Muslime, die neue bosnisch-islamische Moschee in Emmenbrücke (Kanton Luzern) ein. Die Moschee wurde nach acht Jahren Bauzeit verwirklicht und bietet Platz für 500 Gläubige. Ihr ist ein Bildungs- und Kulturzentrum angeschlossen.
Artikel aus "Zentralschweiz am Sonntag", 21.06.2009 (PDF, 450 KB)
Kurzinfo zur Islamischen Gemeinschaft in Emmenbrücke

La Suisse est un pays de plus en plus multireligieux. A côté des églises chrétiennes traditionnelles s'élèvent aujourd'hui des mosquées, des synagogues, des centres bouddhistes et bien d'autres lieux dévolus à une pluralité d'autres systèmes de croyance. Le fondamentalisme, l'ésotérisme et les thérapies spirituelles ont la cote. Les manières de croire en Suisse deviennent par ailleurs de plus en plus individuelles.
Ces développements créent des risques, mais représentent dans le même temps des chances pour la société, par exemple dans les domaines du droit, de la politique, de l'école, de la médecine ou des médias.
Dans cet ouvrage réunissant 20 chercheurs, un panorama complet des diverses religiosn pratiquées en Suisse est dressé. Il décrit le développement et les conséquences de la nouvelle pluralité religieuse en Suisse depuis 1950 jusqu'à nos jours.
Informations en detail (Université Lausanne)
Prof. Dr. Martin Baumann im swissinfo-Interview am 4. März 2009 aus Anlass der Zulassung der Minarett-Initiative der SVP durch den Nationalrat. Der Nationalrat befand mit großer Mehrheit, dass die Initiative der SVP gegen internationale geltende Menschenrechte verstoße und lehnt sie deshalb ab. Allein dass das Völkerrecht nicht zwingend verletzt wird, führte zur Zulassung der Initiative. Prof. Baumann begrüsst den Entscheid und verweist auf die Integrationspotenziale der Moscheen.
Minarettinitiative kommt vors Volk - swissinfo vom 4. März 2009
Die Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh (Deutschland) hat Ende 2007 eine umfangreiche empirische Erhebung veröffentlicht, den "Religionsmonitor". Sozialwissenschaftler, Theologen und Religionswissenschaftler haben darin Daten zur Religiosität und zu Weltanschauungen gesammelt. Der Schwerpunkt lag auf der Bundesrepublik, doch wurden die Ergebnisse in einen internationalen Vergleich eingebettet, so dass auch Daten für die Schweiz vorliegen. So sind 80 % der Schweizerinnen und Schweizer religiös, 22 % sogar hochreligiös.
Der "Religionsmonitor" ist als Buch im Gütersloher Verlagshaus erschienen (288 Seiten, ca. 27,50 CHF). Einige Auszüge finden sich im Internet:
Presseinformation zum Religionsmonitor vom 15.12.2007 - Ergebnisse für die Schweiz finden sich in der rechten Spalte
Bereits in dritter Auflage konnte im November 2007 der Faltprospekt "Religionsvielfalt im Kanton Luzern" erscheinen, der vom Religionswissenschaftlichen Seminar der Universität erstellt wurde. Alle Daten des vor drei Jahren erstmals erschienenen Prospekts wurden aktualisert, ebenso gab es einige Erweiterunge. Geblieben ist die bewährte Kombination aus Karten, in denen die Lokalitäten der verschienenen Religionsgemeinschaften eingetragen sind, plus Kurzinformationen zu den Kirchen und Gruppierungen. Der Faltsprospekt zeigt die Pluralität der Religionen im Kanton auf und leistet durch seine Informationen einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und Ressentiments. Auch die neue Auflage - wieder mit 5.000 Exemplaren hergestellt - wurde vom Kanton Luzern und der Stadt Luzern gefördert.
Mehr Informationen und Bestellmöglichkeit: Projektseite Religionspluralismus im Kanton Luzern
Info zum Prospekt Religionsvielfalt in Luzern
Interview anlässlich der Buchneuerscheiung (Info-Spalte)
Link zu Online-Feature anlässlich der Buchneuerscheinung
Neuer Link zu hinduistischem Tempel
Neue Karte hindu-tamilische Tempel
Hinduismus: Aktualisierung des Texts und Bilder
Bilder zur Einweihung des Buddha-Tempels im Shaolin Kung-Fu Institut Kriens
Ankündigung eines neuen Buches zur Religionsvielfalt in der Schweiz
Bilder zur Einweihung einer Avalokiteshvara-Statue in Emmenbrücke
Neue Links zu Ausstellungen und Veranstaltungen
Bilder zur Eröffnung des Gurdwara in Langenthal
Informationen zum Buch "Eine Schweiz - viele Religionen"
Adressen und Links zu buddhistischen Gemeinschaften ergänzt.
Text "Buddhismus" komplett überarbeitet und Bilder hinzugefügt.
Neue Fotos zum Text "Sikhismus" hinzugefügt
Fotos zum Text "Orthodoxe Kirchen" hinzugefügt
Fotos zum Text "Sikhismus" hinzugefügt
Bericht zum Forschungsprojekt "Religionspluralismus im Kanton Luzern
© 2012 Religionswissenschaftliches Seminar der Universität Luzern | Impressum
Das Projekt «Kuppel − Tempel − Minarett» hat im Mai 2009 einen Informationsprospekt publiziert. Er stellt die Gebäude, die auf der Webseite beschrieben sind, mit Bild, Text und Lage knapp und kompetent vor. Der Prospekt eignet sich auch für die Schul- und Weiterbildungsarbeit.
Islam in der Schweiz und England
Tamilischer Hinduismus in der Schweiz
www.religionenschweiz.ch ist ein Informationsprojekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: April 2012